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Zum 76. Jahrestag der Kapitulation Deutschlands

landscape with rubble after bombing
Foto: Victoria Museum

Vor 76 Jahren kapitulierte Deutschland über mehrere Tage und an mehreren Orten und beendete damit den Zweiten Weltkrieg in Europa. Zu diesem Ereignis möchte ich mit Euch ein Gedicht teilen, das ich letzten Winter verfasst habe. Es ist mein erster Versuch, meine Gedanken mit Lyrik anstatt mit historischer Prosa auszudrücken. Dem erfahrenen Poeten mag dies schaurig vorkommen, doch mir ging es zum Einen darum, mich an einem neuen Format zu versuchen, und zweitens und hauptsächlich darum, etwas Bestimmtes mitzuteilen.

Zum Frieden

Der Duden definiert Frieden als [vertraglich gesicherten] Zustand des inner- oder zwischenstaatlichen Zusammenlebens in Ruhe und Sicherheit, aber auch als Zustand der Eintracht, der Harmonie.

Friede definiert sich also auf individueller, genauso wie auf sozialer und staatlicher Ebene. Wir alle können und müssen daran teilnehmen, wir alle tragen Verantwortung.

gezeichnete Hände
Zeichnung von Claudio Schwarz

Damals und Heute

 

Marschieren wie Marionetten,

Menschen in Ketten,

Medien verboten

es herrscht die Diktatur – Kontrolle pur.

 

Das Volk schreit hurra,

wir nehmen die Welt,

wir senden unsere Männer,

uns’re Söhne, selbst Kinder.

 

Meer aus Blut, Erde aus Knochen,

Das ist der Preis zu unterjochen.

Millionen vermisst, Millionen tot,

Hunger und Angst, wie groß ist die Not.

 

Ein Volk darnieder, ein Volk voller Schuld,

Das Land in Schrecken,

Unsere Seelen Schandflecken.

 

Oh Friede, du holder,

nach sechs Jahren Schmerz.

Wie wir nach dir sehnen – wie wir dich begehren.

 

Doch was lehrt uns Geschichte,

was lehrt uns der Krieg?

Das Böse zu ächten,

Nie wieder zu dulden?

 

Wie kurz unser Gedächtnis,

unser Leiden und Vermächtnis.

Die Rechten stehen auf,

Die Fremden müssen raus.

 

Neuer Hass flammt,

Vergangenheit sei verdammt.

 

Erinnert Ihr euch?

An Juden und Roma,

Kommunisten und Denker,

All sie mussten sterben.

 

Für Ehre und Pflicht,

den Wahn eines Irren,

und das großdeutsche Reich.

 

Deshalb beginnt Friede im eigenen Land.

Miteinander, untereinander, füreinander,

mit Güte im Herzen vereint.

 

Respekt und Liebe –

Das, meine Freunde, ist echter Friede!